ADHS SYMPTOME: Was ist Adhs überhaupt?

Bei meinem Sohn wurde im Alter von 6 Jahren die Diagnose ADHS gestellt. Für mich war es erst mal ein Schock, denn im Kindergarten war er unauffällig gewesen oder ich denke mittlerweile, ich habe es einfach nicht gesehen. Er war schon immer sehr lebhaft, aber ich dachte niemals an ADHS. Mittlerweile 2 Jahre später bin ich froh um diese Diagnose, denn so kann ich meinen Sohn bestmöglich unterstützen. Vielleicht hat dein Kind ja auch ADHS und dir geht es genauso? Oder du hast den Verdacht und möchtest dich informieren?

 


Aber was ist ADHS überhaupt?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung und bezeichnet eine Verhaltensstörung im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenalter.

Auffälligkeiten zeigen sich bei den Kindern besonders in drei Kernbereichen:

1. Unaufmerksamkeit

(eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, eingeschränkte Daueraufmerksamkeit und erhöhte Ablenkbarkeit)

Kinder mit ADHS können sich nur kurze Zeit auf eine Sache konzentrieren. Sie lassen sich leicht von dieser Tätigkeit ablenken. Diese Auffälligkeiten sind oftmals stärker bei vorgegebenen Tätigkeiten wie z.B. Hausaufgaben. Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen fallen in der Regel durch erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrationsmangel, Abbruch von Tätigkeiten und Vermeiden von Anforderungssituationen auf. Spiele oder Beschäftigungen wie Malen oder Basteln mögen die betroffenen Kinder häufig nicht. Solche Aktivitäten strengen sie zu sehr an und es fehlt ihnen die Geduld.

Beispiel von meinem Sohn:

Ich sitze mit meinem Sohn an seinen Hausaufgaben. Er wackelt mit dem Stift und plötzlich fällt dieser runter. Während er ihn also aufhebt, entdeckt er einen x beliebigen Gegenstand. Er geht dahin und beschäftigt sich damit. Wenn ich ihn dann anspreche und ihn daran erinnere, dass er seine Hausaufgaben machen soll, sagt er oft: “ Stimmt Mama, ich mache ja gerade Hausaufgaben“ und setzt sich wieder hin. Er ist aber dann noch mit dem Gedanken bei dem Gegenstand. Er braucht dann erst mal eine kurze Zeit, bis er sich wieder konzentrieren kann. Bei meinem Sohn ist das auch so mit Geräuschen, egal ob ein Vogel oder die Waschmaschine. Er nimmt alles ganz intensiver wahr und es lenkt ihn dann sehr ab.

2. Impulsivität

(mangelnde kognitive/emotionale Impulskontrolle und unüberlegtes Handeln)

Bei einer Impulsschwäche neigen Kinder mit ADHS dazu, unüberlegt und zu vorschnell zu handeln. Sie folgen ihren ersten Einfällen und Impulsen, ohne über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken.

Kinder die mit ihrer Impulsivität Probleme haben, ordnen sich schlecht in eine Gemeinschaft ein und stören meist die geregelten Abläufe in Familie, Kindergarten sowie Schule. Mimik und Gestik ihres Gegenübers einzuschätzen fällt ihnen oft schwer. Sie fühlen sich schnell von ihrem Gegenüber bedroht und provoziert. Dieses impulsive Verhalten wird häufig mit Aggressivität gleichgesetzt.

Heftige Stimmungsschwankungen, eine allgemeine starke Reizbarkeit, Distanzlosigkeit, Dazwischenreden und Wutausbrüche über geringfügige Ursachen (Frustrationsintoleranz) sind ebenfalls mögliche Zeichen einer gestörten Impulskontrolle.

Situation mit meinem Sohn:

Ich und mein Partner unterhalten uns gerade über ein Thema. Mein Sohn unterbricht uns ständig weil er es kaum abwarten kann, bis er endlich etwas sagen kann.

3. Körperliche Unruhe

(Hyperaktivität) (allgemeine grob- und feinmotorische Unruhe; übersteigerter Bewegungsdrang)

Oftmals wird diese innerliche Unruhe im Kindergarten oder Grundschulalter bemerkt durch Ruhelosigkeit und ihr ständiges Zappeln. Kinder mit ADHS sind ständig aktiv, laufen und klettern permanent umher. Sie fuchteln ständig mit den Händen oder Füßen herum oder rutschen auf dem Stuhl hin und her. Sie sind zudem oft experimentierfreudig, haben eine schlechte Risikoeinschätzung und schlafen wenig

Besonders wenn sie sitzen bleiben müssen (z.B. im Unterricht) können sie sich nur kurze Zeit daran halten.

Situation von meinem Sohn:

Wir gehen spazieren und er ist ständig vorne weg und rennt fast um seine körperliche Unruhe auszugleichen. Oftmals läuft er auch nicht normal, sondern hüpft und stampft in der Wohnung rum, einfach weil er diese körperliche Unruhe irgendwie kompensieren möchte.

Es gibt aber auch Unterformen. Bei Kindern mit ADHS sind nicht immer alle drei Kernsymptome gleich stark ausgeprägt.

Kinder mit ADHS haben leider auch in anderen Bereichen oftmals Probleme, die sich aber im Laufe des Lebens ändern können.

1. Oppositionelles und aggressives Verhalten

Diese Verhaltensweisen äußern sich unter anderem dadurch, dass die Kinder wichtige Regeln in der Familie, im Kindergarten und in der Schule nicht befolgen. Zusätzlich reagieren sie nicht auf Anweisungen von Erwachsenen, bekommen häufig Wutausbrüche und haben viel Streit mit Geschwistern und anderen Kindern.

2. Schulleistungsprobleme

3. Emotionale Probleme

  • Probleme wie Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen. Mangelndes Selbstvertrauen entsteht oft durch die Ablehnung von anderen Kindern, Eltern oder auch Pädagogen.
  • Sie trauen sich weniger zu als andere Kinder.
  • Bei manchen Kindern kann es zu Traurigkeit, Apathie (Teilnahmslosigkeit; Zustand der Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen und der Umwelt) oder Lustlosigkeit kommen.

4. Ablehnung durch Gleichaltrige

Einer der schlimmsten Punkte meiner Meinung nach an dieser Krankheitsform ist die Ablehnung durch andere. Ich bin immer wieder traurig darüber, das mein Sohn so gerne in Kontakt mit anderen Kindern tritt, auf sie zugeht und mit ihnen spielen möchte und er immer wieder Ablehnung erlebt.

Kinder und Jugendliche mit ADHS werden häufig von Gleichaltrigen ausgegrenzt. Dies geschieht entweder, weil sie aufgrund ihrer ADHS-Symptome ständig beim gemeinsamen Spiel stören oder weil sie wegen ihrer impulsiven oder aggressiven Verhaltensweisen als Störenfriede oder Raufbolde empfunden werden. Viele Kinder mit diesen Verhaltensproblemen versuchen als Folge dieser Ablehnung, Andere zu dominieren und zu kontrollieren, um Beziehungen zu Gleichaltrigen aufrecht zu erhalten. Jedoch erzeugt dieses Verhalten auf Seiten Gleichaltriger ebenfalls Ablehnung.

5. Belastete Beziehungen zu Eltern und Erwachsenen

Aufgrund der Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, haben Eltern vermehrt Auseinandersetzungen mit ihrem Kind und die Beziehung zwischen Eltern und Kind oder Jugendlichem sind häufig sehr belastet.

Ein Wort zum Schluss ..

Ich weiß, im ersten Moment hört sich das alles sehr schrecklich an. Natürlich gibt es viele negative Punkte, die diese Krankheit mit sich bringt. Es ist als Mutter nicht immer einfach . Aber mein Sohn ist nicht nur ein Zappelphilipp, Ruhestörer und ein lauter, trampelnder Bengel. Wie ihn vielleicht viele andere wahrnehmen, wenn ich mit ihm z. B. einkaufen gehe. Er ist ein liebevoller Junge mit einem Herz aus Gold. Der einfach nur dazugehören und Freunde haben möchte.

Kinder mit ADHS sind viel mehr als diese Symptome. Sie sind Kinder wie jedes andere auch. Doch oftmals werden sie einfach in eine Schublade gesteckt, anstatt auf sie zuzugehen und mit ihnen zu lernen und zu wachsen.

Quellen:

Informationen: https://www.adhs.info/, https://www.zentrales-adhs-netz.de/, https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/

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